Was zieht Gottes Segen an?

Lernen wir von Rut.

Rut war eine moabitische Frau, also eine Heidin. Sie war die Witwe eines aus Israel vor einer Hungersnot fliehenden Ephratiten. Als arme Witwe und Flüchtling aus dem Land der Heiden kam sie nach Israel. Sie war dort eine Fremde, aber nicht für Gott, so wie auch heutige Flüchtlinge von Gott erkannt sind. Durch ihr Verhalten zog Rut Gottes Segen an, so dass sie bald Frau eines angesehenen und reichen Israeliten wurde und Urahnin von David und Jesus Christus. Fünf Eigenschaften zeichneten Rut aus. 

Rut wollte Gott dienen.

Da erhoben sie ihre Stimme und weinten von neuem. Orpa gab ihrer Schwiegermutter den Abschiedskuss; Rut dagegen blieb bei ihr. Noëmi sprach: »Siehe, deine Schwägerin kehrt zurück zu ihrem Volk und zu ihrem Gott. So kehre auch du zurück wie deine Schwägerin!« Doch Rut entgegnete: »Dränge mich nicht, dich zu verlassen, um heimzukehren, fort von dir! Denn wo du hingehst, da gehe auch ich hin, und wo du weilst, da weile auch ich; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott, wo du stirbst, da sterbe auch ich, und da will ich begraben sein. Ich schwöre – und der Herr möge mich strafen: Nur der Tod wird mich von dir trennen!« Da sie nun sah, dass jene fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, hörte sie auf, ihr noch weiter zuzureden. (Rut 1:14-18).

Orpa, eine andere moabitische Frau eines Israeliten, weinte wie Rut und sie ging weg. Rut jedoch entschied sich bewusst und nicht emotional bei ihrer Schwiegermutter zu bleiben und Gott zu dienen. Rut gab Gott bewusst ihren Willen und erhielt die Anerkennung ihres zukünftigen israelitischen Mannes Boas und Gottes Segen:

Boas antwortete ihr: »Alles ist mir berichtet worden, was du nach dem Tode deines Mannes an deiner Schwiegermutter tatest, dass du deinen Vater, deine Mutter und dein Heimatland verlassen hast, um zu einem Volke auszuwandern, welches du bis dahin noch nicht kanntest. Der Herr möge dir dein Tun vergelten, und die volle Belohnung werde dir vom Herrn, dem Gott Israels, zuteil dafür, dass du gekommen bist, um unter seinen Flügeln Schutz zu suchen!« (Rut 2:11-12).

 

Rut war voll Hoffnung und Freude.

Die Moabiterin Rut sprach zu Noëmi: »Ich gehe hinaus aufs Feld und will Ähren sammeln bei jemand, der es mir freundlich erlaubt.« Sie erwiderte: »Ja, geh, meine Tochter!« (Rut 2:2)

Rut ließ sich nicht von der Bitterkeit ihrer Schwiegermutter anstecken, die sich selbst sogar den Namen Mara gab, die Bittere. Rut blickte nach vorn, sah Hoffnung in der Zukunft, nutzte den Augenblick und vergaß die Vergangenheit.

 

Rut war aktiv.

Sie hat gesagt: ›Ich darf doch wohl auflesen und bei den Garben sammeln hinter den Schnittern her?‹ So kam sie und hielt standhaft aus vom Morgen an bis jetzt; eben will sie ein wenig nach Hause gehen.« (Rut 2:3,7)

Durch den Fleiß von Rut und ihr aktives handeln konnte Gott auch an ihr handeln. Rut saß nicht nur zuhause und betete, Gott möge alles richten, sondern sie ergriff selbst die Initiative, ergriff die Möglichkeiten, die ihr von Gott geschenkt.

 

Rut war dankbar.

Da fiel sie nieder auf ihr Angesicht, beugte sich zur Erde und sprach zu ihm: »Warum fand ich in deinen Augen Gunst, dass du so gnädig auf mich schaust, obwohl ich eine Ausländerin bin?

« Sie entgegnete: »Ich finde also Gunst in deinen Augen, Herr! Denn du hast mich getröstet und deiner Magd ins Herz geredet, und ich bin doch nicht einmal wie eine deiner Mägde!« (Rut 2:10,13)

Dankbarkeit für das Gute, aber auch Dankbarkeit im Leid zieht Gottes Segen an. Wer nichts verdient hat, kann für alles danken, was ihm gegeben.

 

Rut war für andere da.

Boas antwortete ihr: Alles ist mir berichtet worden, was du nach dem Tode deines Mannes an deiner Schwiegermutter tatest, dass du deinen Vater, deine Mutter und dein Heimatland verlassen hast, um zu einem Volke auszuwandern, welches du bis dahin noch nicht kanntest.

Er entgegnete: Gesegnet seist du vom Herrn, meine Tochter! In noch schönerem Lichte zeigst du jetzt deine Liebe als früher, indem du nicht den jungen Männern, ob arm oder reich, nachläufst. (Rut 2:11; 3:10)

Rut war jung und schön, sie hätte arme und reiche Männer heiraten können, aber sie blieb bei ihrer Schwiegermutter und ließ diese in deren schwersten Stunden nicht alleine. Sie wandelte weiter im Willen Gottes, gab, was er ihr gegeben, so dass sie Gottes Segen erhielt, wie in Spr 11:25-26 beschrieben:

Wer gerne gibt, wird gelabt, und wer erquickt, wird selbst erquickt. Wer Korn zurückhält, den verwünscht das Volk; doch Segen kommt auf den herab, der Korn verkauft.

 

der emmauspilger

S.D.G.

Ein Kommentar zu “Was zieht Gottes Segen an?

  1. „Wer nichts verdient hat, kann für alles danken, was ihm gegeben“

    Uns ist wirklich alles unverdient gegebenes Geschenk. Allein diese Einsicht könnte den menschlichen Geist erleuchten, in dem sie ihn von seinem Egozentrismus befreit. Den können wir innerlich nur rechtfertigen, wenn diese grundlegende Wahrheit, dass ausnahmslos alles göttliche Gabe ist (und somit Geschenkcharakter besitzt) ignoriert wird. Gerade auch für das Lesen eines spirituellen Textes, wie die Evangelien, ist eine mit dem ganzen Wesen lauschende, mit dem ganzen Herzen horchende Betrachtung erforderlich. Der Leser kann nur wirklich in der Tiefe aufnehmen, wenn er sich beschenken lässt. Exakt das vermisse ich im heutigen Umgang mit der Bibel.

    Gruß,
    Mark

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