Eine „neue“ palästinensische Heilige: Marie Alphonsine Danil Ghattas

Papst Franziskus hat am 17. Mai 2015 vier Ordensfrauen heiliggesprochen. Zwei von ihnen stammten aus Palästina: Die Ordensgründerin sowie Mystikerin Marie Alphonsine Danil Ghattas und Mariam Baouardy (über sie berichtete ich bereits ausführlich). Die über 2000 Pilger aus dem hl. Land zu der Feierlichkeit bezeugen die große Bedeutung dieser Palästinenserinnen für die Christen dort. Selbst der muslimische Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas nahm am Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom teil. In einer Privataudienz forderte Papst Franziskus Mahmut Abbas auf: „Sei Du ein Friedensengel“ und schenkte ihm eine Medaille, auf der ein Friedensengel abgebildet ist.

Marie Alphonsine Danil Ghattas wurde am 4. Oktober 1843 im christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem geboren. Ihre Eltern waren Palästinenser. Marie besuchte in Jerusalem die katholische Schule, die von den „Schwestern des Hl. Joseph von der Erscheinung“ gegründet wurde. Es zeigte sich schnell ihre große Intelligenz und sie galt als eine der besten Schülerinnen. Noch in jungen Jahren trat sie als erste Schwester mit arabischer Muttersprache in den katholischen Orden der Schwestern des Hl. Josephs ein. Im Jahr 1860 legte sie in der Grabeskirche in Jerusalem ihr Ordensgelübde ab.

Marie Alphonsine erschien die hl. Jungfrau Maria, die sie ermutigte eine neue Ordensgemeinschaft zu gründen. Sie gehorchte und es entstand der Orden der Rosenkranzschwestern, die einzige Ordensgründung im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem. Heute hat der Orden etwa 260 Schwestern, die sich um die Erziehung und Ausbildung von Mädchen sorgen. Dabei sind sie im gesamten Nahen Osten tätig: in Betlehem, Nazareth, Jerusalem, Ramallah und Gaza.

Die Ordensgründerin starb am 25. März 1927 in Ain Karem. Sie wurde am 22. November 2009 seliggesprochen. Papst Franziskus charakterisierte Marie Alphonsine bei seiner Ansprache zur Heiligsprechung folgendermaßen: „Schwester Alphonsine Danil Ghattas verstand es sehr gut, was es bedeutet, die Liebe Gottes im Apostolat auszustrahlen und so als Zeugin der Sanftmut und Einheit zu wirken. Sie bietet uns ein deutliches Beispiel dafür, wie wichtig gegenseitige Verantwortung ist, das Leben im Dienst des anderen“.

der emmauspilger
S.D.G.

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