Von der Naturpflicht des Menschen

Es gibt ein Naturrecht, welches das Gewissen zu erfüllen hat. Der hl. Paulus beschreibt es in seinem Brief an die Römer (2:14-15): „Wenn nämlich die Heiden, die ein Gesetz nicht haben, von Natur aus tun, was des Gesetzes ist, so sind sie, obgleich sie ein Gesetz nicht haben, sich selber Gesetz; sie lassen erkennen, dass des Gesetzes Werk eingeschrieben ist in ihre Herzen, wovon ihr Gewissen Zeugnis gibt und die Gedanken, die sich gegenseitig anklagen oder verteidigen“. Es ist sogar eher eine Naturpflicht, die der Mensch durch das Gewissen beleuchtet erhält. Es ist Platons Licht in der Welt, vor dem sich niemand unberührt lassen kann, wohl aber vorüber gehen. Dennoch wird selbst der böseste Mensch für sich Gerechtigkeit fordern, die er aus dem Gewissen anderer zu erhalten verlangt. Der Mensch kann sich nicht selbst aus einem System entlassen, was seiner Natur, seinem Wesen entspricht. Die Freiheit des Menschen bietet hier an zu „sollen müssen dürfen“, denn erst im Licht scheidet sich die Finsternis, wobei nun eine Entscheidung erforderlich wird.

Die Natur des Menschen verlangt hier zweierlei Sichtweisen: von seiner biologischen Natur her und von seiner menschlichen Natur, welche die Vernunft und den Verstand in sich trägt und Bewusstsein formt. An jedem neuen Tag seines Lebens ist der Mensch das Du eines anderen Menschen. Im Ich des anderen wird man selbst zu einem Du, welches im eigenen Ich durch das Gewissen in der Naturpflicht zu einer Beziehung hin aufgefordert wird. Und im Menschen dient das Gewissen auch dazu, damit das Ich seinem Wesen in Harmonie folgen kann. Diese Harmonie entsteht, indem der eigene Wille dem Willen Gottes gleich wird und die Vaterunser-Bitte erfüllt: Dein Reich komme, Dein Wille geschehe. Dort, wo Gottes Wille geschieht, beginnt schon das Reich Gottes, im Himmel, wie auf Erden.

Es ist also falsch, und die meisten Atheisten werden dem zustimmen, zu behaupten, dass dort, wo kein Glaube, kein Gott mehr ist, alles erlaubt wird. Natürlich darf nun der Philosoph fragen, woher diese Naturpflicht stammt und woher das Gewissen, das dieses berührt, erleuchtet und erfüllt. Und welche Theorie kann ohne das Gewissen den Menschen erklären, ohne dessen menschliche Natur zu verneinen? Kann es etwa die Evolutionstheorie?

der emmauspilger
S.D.G.

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