Sinn durch Leid

Für den Menschen wird Leid erst zum Leid, wenn es seinen Sinn verliert. Wenn es da nichts mehr von menschlicher Seite zu tun gibt, um es zu verhindern. Würde der Mensch sein Leid selbst aufheben können, dann wäre es kein Leid, sondern Selbstmitleid. Nur Gott kann das Leid des Menschen auffangen, indem er ihm Sinn verleiht.

Wer das Leid überhaupt vermeiden will, erfährt dadurch etwa nicht mehr Glück und Freude. Am Leid zu wachsen verhindert, dass man am Leid zerbricht. Wer sich im Angesicht des Leids schnell überfordert fühlt, nimmt auch schnell seinem Leben den Sinn. Das Leid muss gewöhnlich, gewohnt werden, damit es ertragbar wird. Ohne Täler gäbe es keine Berge. Glück wahrzunehmen gelingt erst, wenn man sich auch dem Unglück stellen kann.

In der Vermeidung von Leid, in der Sinnentleerung des Leids, liegt die Wurzel von Euthanasie. Ein Leben mit Leid ohne Sinn wird zu einem Leben ohne Sinn, dass nicht mehr gelebt werden braucht. Und ein zu erwartendes Leid ohne Sinn für die Eltern verwehrt einem Kind im Mutterleib durch Abtreibung ein Leben mit Sinn.

Die Hl. Schrift lehrt, dass alles in einem Sinnzusammenhang zu sehen ist, auch das Leid. Es wird vom Menschen dem Bösen zugeordnet, weil Leid ohne Sinn dem ungeordneten Chaos zugehörig ist. Dieses Chaos kam durch die Sünde in die Welt, aber eben zu leiden im gehorsam kann diese Sünde überwinden, weil das Leid dadurch wieder Sinn erhält. Wenn der Böse sein Leid von sich trennt und es einem anderen übergibt, dann belässt er sich im Chaos, in der Sünde, weil er sich der Möglichkeit des Erkennens dieser Sünde beraubt.

So muss, wer nicht hören will, fühlen. Wer Ungehorsam ist, der hört nicht auf das Ganze. Solch einem Menschen kann nur das Leid wieder den Gesamtzusammenhang vermitteln. Dem und im Ganzen gehorsam zu sein, heißt Gott gehorsam und im Heil zu sein. Trost findet dabei, wer erkennt: Wenn Gott heilen kann, es aber bei mir nicht tut, so hat ER einen Grund, womit das Leid wiederum Sinn erhält.

Unverschuldetes Leid kann Schuld in Liebe verwandeln. Stellvertretendes Leid kann etwas verändern, dort wo kein Böser mehr leidet. Denn ein aus Liebe zu Gott leidender Unschuldiger wird zum Leid des Bösen. Im Fühlen dieses Leids kann Veränderung eintreten, immer jedoch wird dem Leid dadurch Sinn gegeben und Gott wird es auffangen.

Der allerletzte Sinn des Leidens ist sein Ende. Jedes Leid an sich hat seinen Sinn, weil es endet und weil es relativ ist. Jesus Christus gab in seinem erlösenden Kreuzestod und in seiner Auferstehung dem Leid Sinn und Relativität. Der Schmerz eines jeden Menschen, ob er gelebt, lebt oder leben wird, erfährt einmal seine Aufhebung. Dies geschieht laut Offenbarung, weil Gott mitten unter den Menschen zelten und wohnen wird. Alle Tränen, alles Leid werden weggewischt, weil Jesus Christus alles neu macht.

der emmauspilger
S.D.G.

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