Das Alter der Ölbäume von Getsemani

Der Garten von Getsemani am Ölberg von Jerusalem gehört zu den heiligsten Orten der Christenheit. Jesus Christus durchleidet hier Verlassenheit und Todesangst. Eine wissenschaftliche Untersuchung gibt nun Aufschluss über das Alter von 8 Ölbäumen in diesem Garten. Sie wurde im Auftrag der Franziskaner 2009 begonnen und dauerte bis 2012. Das Forscherteam bestand aus Fachleuten verschiedener italienischer Universitäten.

Die Forscher datieren drei der untersuchten Stämme in die Mitte des 12. Jahrhunderts. Dabei beziehen sich diese 900 Jahre allein auf die oberirdischen Teile der Bäume, also Stamm und Äste. Die sich im Erdboden befindlichen Teile, das Wurzelwerk, sind sicherlich noch älter, wie die Untersuchung ebenso ergab. Nach alten Chroniken und Pilgerberichten wurde die zweite Basilika von Getsemani zwischen 1150 und 1170 errichtet. Dabei wurde wahrscheinlich auch der Garten in der Umgebung der Basilika neu gestaltet.

Das genetische Profil der Bäume zeigt zudem die gleiche DNA-Struktur. Die Bäume sind also „Zwillinge“, Setzlinge von ein und derselben Pflanze. Dies bestärkt die Annahme, dass in der Mitte des 12. Jahrhunderts eine Reihe von Setzlingen von einem einzigen Baum genommen wurden und dann eingepflanzt. So wird es bis heute von palästinensischen Gärtnern durchgeführt. Aber aus welcher Zeit stammt nun jener Ursprungsbaum?

Die Evangelien berichten, dass zur Zeit Jesu Ölbäume in Getsemani existierten. Die Beschreibungen des Ortes über die Jahrhunderte hinweg bezeugen eine dauernde Existenz von Ölbäumen in diesem Garten. So werden diese Bäume zu Zeugen der Passion Christi, aber auch des Gehorsams des Herrn gegenüber dem Vater. In diesem Garten unter den Olivenbäumen gab eine Person sein Leben zum Heil für alle Menschen und mahnt seine gläubigen Besucher heute auch jederzeit bereit zu sein den Willen Gottes zu tun.

Diese alten Ölbäume sind ebenso Zeichen der Verwurzelung und der bestehenden Kontinuität christlicher Gemeinden im Hl. Land mit Jerusalem als Mutterkirche. Die Bäume wurden gepflanzt, verpflanzt, verbrannt und zerstört, doch immer wieder zeigten sich neue Knospen aus ihren Stümpfen. Damit gleichen sie der ersten christlichen Gemeinde und leider auch den heute bestehenden: Sie überleben in Hindernissen und der Verfolgung, weil die Kraft des Hl. Geistes sie lebendig macht.

der emmauspilger
S.D.G.

Hier kannst du kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.