Mariam Baouardy, „Die neue Heilige“

Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Quelle: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon

Mirjam von Abellin, Mariam Baouardy, ist „die Neue“ unter den Heiligen. Die kleine Araberin, wie sie manchmal auch genannt wird, ist eine palästinensische Heilige. Sie wurde 1846 in Abellin geboren, einem kleinen Ort in der Nähe von Nazareth, und starb in Betlehem. Die christlich-arabischen Eltern verlor Mariam sehr früh uns so wuchs sie als Waise bei Verwandten auf, die sie zu einer Hochzeit zwingen wollten. Doch Mariam stellte sich gegen diese Zwangsverheiratung, sie wollte Ordensfrau werden. Bei einem Zwischenfall wurde sie so schwer verletzt, dass sie eigentlich hätte sterben müssen, doch die Gottesmutter Maria heilte sie auf wunderbare Weise.

In Frankreich nahm sie der Orden der Schwestern vom Hl. Josef als Postulantin auf. Schon in ihrem Noviziat erlebte sie mystische Phänomene und sie wurde stigmatisiert. Deshalb nahm man Mariam nicht im Orden auf. So trat sie zu den Karmeliterinnen über und verbrachte eine Zeit als Ordensfrau in Indien und Frankreich. Von dort sandte man sie nach Betlehem, wo sie einen neuen Karmel anregte, der dann 1876 gegründet wurde. Bereits zwei Jahre danach starb Mariam an einer Verletzung.

Ihr kurzes Leben war von vielen körperlichen und seelischen Leiden geprägt. In ihrer Vereinigung mit dem Gekreuzigten ertrug sie diese geduldig, ganz im Geiste ihres Ordensnamens Maria von Jesus dem Gekreuzigten. Der Hl. Johannes Paul II. sprach sie 1983 in Rom selig, 2015 Papst Franziskus heilig. Vor allen die arabischen Christen verehren die „Kleine Araberin“. Ihr Reliquienschrein befindet sich in ihrem Karmel in Betlehem.

So ist die Hl. Mariam heute auch eine Fürsprecherin bei Gott für alle Christen in Jesu Heimat. Doch die Wiege des Christentums leert sich aufgrund der sozialen und politischen Lage im Hl. Land. 1948 waren im heutigen Israel noch 20 % Christen, jetzt sind es bereits unter 2 %. Mariam ruft als Heilige der katholischen Kirche alle Christen auf, für ihre Brüder und Schwestern im Hl. Land zu beten und solidarisch mit ihnen zu sein. Ohne Christen würde das Hl. Land zu einem christlichen Museum werden. Mariam, die Stigmatisierte, wird zu einem Bild der gekreuzigten, der leidenden Christenheit im gesamten Nahen Osten und zu einer Fürsprecherin für all jene Frauen, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen.

Mit der Hl. Mariam begegnet mir aber auch die Gewissheit, dass man trotz Schwäche und Verwundung durch Christus stark werden kann. Denn in der Schwachheit des Herrn aus Liebe am Kreuz und in der Krippe wurde seine Allmacht offenbar. Der Herr zeigt, dass das eigene Wissen um Macht und Stärke dazu führen kann, beides nicht zu missbrauchen oder nach außen darzustellen. Dieses Wissen um Jesu Stärke und Macht in mir, in meinem Innern, und sein Wirken macht auch mich stark. Der Herr konnte seinen Mördern vergeben, für sie beten, in der Vergebung wird und ist man erst richtig stark. Beim Zurückschlagen benötigt man nur Muskelkraft, List, Hinterhalt, beim vergeben die Kraft der Liebe. Vergebung wäre der Beginn des Friedens im Hl. Land, dort, wo die Liebe Fleisch auf Erden geworden.
Hl. Mariam von Abellin, stehe den Christen in Not und Verfolgung bei.

der emmauspilger
S.D.G.

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