Fasten = Loslassen + Ergreifen

In der Fastenzeit steht oftmals der Verzicht im Vordergrund. Das Loslassen der Gewohnheit hinterlässt eine Lücke, die ergriffen und gefüllt werden soll, sonst bemächtigt sich ihrer die Gefühle, etwa Frust oder Hunger. Es bietet sich nun aber die gute Möglichkeit das Gewöhnliche durch das Besondere, das Profane durch das Sakrale zu ersetzen. So wie Maria den guten Teil zu Füßen des Herrn gewählt hat (Lk 10:42), kann ich dieselbe Demut aufbringen, mich zu Füßen des Herrn setzen und ihm nahe sein, ihm lauschen.

Indem ich mich selber und meine Wünsche im Alltag zurücknehme, wird man diese Demut vielleicht erringen und das Leben dem Profanen entreißen. Dazu kamen mir einige Gedanken in den Sinn, die dieses Ergreifen des Herrn in der Fastenzeit spürbar, erfahrbar machen können.

1. Nichts im Alltag ist Profan. So wird der Alltag zum Gottesdienst, wie Paulus in Rö 12:1 schreibt: „Ich ermahne euch nun, Brüder, um der Erbarmungen Gottes willen: Bringt eure Leiber dar als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, als euren sinnvoll entsprechenden Gottesdienst“. Ob man Wäsche bügelt, Säuglinge wickelt, seine Arbeit ordentlich verrichtet oder geduldig seine Krankheit erträgt: Alles kann ich in Liebe für und mit dem Herrn tun und meinen Alltag und mich dadurch heiligen.

2. Lieber ein kleines Ja zum Verzicht oder zur Tat mit Beständigkeit, als große Taten, die nicht zu Ende geführt werden können. Der an Gott abgegebene Wille kann klein sein, aber entschieden.

3. In kleinen Schritten gelangt man mit seinem Stil an das Ziel. Sich etwas vornehmen, mit dem man sich Gewalt antut, bringt oftmals nur Frust und sogar böse Gedanken. Das Ziel muss machbar und messbar sein, der Weg dorthin mit Motivation gegangen.

4. Erkenne ich einen Fehler, eine Sünde, so soll man schnell wieder zur Gnade zurückkommen, wie es in Hebr 4:16 geschrieben steht: „Darum lasst uns mit Zuversicht hintreten zum Thron der Gnade, um Barmherzigkeit zu erfahren und Gnade zu finden als Hilfe zu rechter Zeit“. Ich kann Gott niemals mit meiner Leistung beeindrucken. Ich wäre dann nur stolz und nicht demütig. Zu Beginn der Fastenzeit eine gute Beichte kann mich zudem reinigen und stärken.

5. Ich kann die Kirche, meine Gemeinde lieben. Sie ist für die Sünder gedacht, damit sie heilig werden, weshalb sie für mich vom Herrn eingesetzt wurde.

6. Wenn man zwei oder drei Freunde sucht und sich über seine Ziele, Verzichte oder vorgenommene Taten austauscht, wird es leichter beharrlich zu sein. Natürlich ist das gemeinsame Gebet wichtig.

7. Lässt man etwas los, dann kann man neues ergreifen, so mehr Zeit für das eigene Gebetsleben. So will ich zu Füßen des Herrn sitzen und mit ihm sprechen, um ihn und durch ihn mich selbst besser kennen zu lernen.

der emmauspilger

S.D.G.

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